Schnecke
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Naturnah contra ökologisch

BlumenDass wir zur Natur eine besondere Beziehung haben, kann man unmissverständlich an unseren Weinbergen und unserem Garten erkennen. Fauna und Flora zu beobachten, zu schützen und sich an ihr zu erfreuen, ist bei uns keine Marketingstrategie, sondern Teil unserer Lebensphilosophie. Wir sind allerdings kein zertifizierter Biobetrieb und keinem Bioverband wie „Bioland“, „Demeter“ oder anderen angeschlossen. Das ist eine bewusste Entscheidung. Wir arbeiten mit einer naturbewussten Denkweise und haben eigene Regeln für die Bewirtschaftung unserer Weinberge entwickelt, an die wir uns konsequent halten. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne zugelassene Mittel, sondern auch deren konkrete Auswirkungen auf Boden, Pflanzen und Tierwelt.

Das Paradoxon mit dem Kupfer

Ganz ohne Pflanzenschutz kommt auch der Weinbau nicht aus. Dabei lohnt sich allerdings ein genauer Blick darauf, was „biologisch“ tatsächlich bedeutet. Gerade beim Pflanzenschutz zeigt sich ein bemerkenswertes Paradoxon: Ausgerechnet im ökologischen Weinbau ist Kupfer ein wichtiger und bis heute zugelassener Wirkstoff. Kupfer wird dort vor allem gegen Pilzkrankheiten wie den Falschen Mehltau eingesetzt und ist in der Praxis nur schwer zu ersetzen.

Das Problem dabei: Kupfer ist ein Schwermetall. Anders als viele andere Pflanzenschutzmittel wird es im Boden nicht abgebaut. Bei wiederholter Anwendung kann es sich deshalb über Jahre und Jahrzehnte im Boden anreichern. Das Umweltbundesamt bezeichnet Kupfer ausdrücklich als kritisch, weil höhere Konzentrationen Bodenorganismen schädigen können. Betroffen sind unter anderem Regenwürmer und andere wichtige Bodenlebewesen. Auch für Wasserorganismen kann Kupfer in höheren Konzentrationen giftig sein.

Damit entsteht für uns ein schwer verständlicher Widerspruch: Ein Wein kann nach den Regeln des ökologischen Weinbaus erzeugt werden und gleichzeitig regelmäßig mit einem Schwermetall behandelt werden, das sich im Boden anreichert. „Biologisch“ bedeutet also nicht automatisch, dass jede einzelne Maßnahme aus ökologischer Sicht unproblematisch ist. Auch die ökologische Landwirtschaft muss beim Pflanzenschutz zwischen notwendiger Wirkung und möglichen Nebenwirkungen abwägen.

Genau hier setzen wir unsere eigenen Regeln an. Wir verzichten auf Kupfer als Pflanzenschutzmittel. Gegen Pilzkrankheiten setzen wir je nach Witterung und Befallsdruck biologische und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel ein. Bei der Auswahl achten wir darauf, die Mittel gezielt einzusetzen und unnötige Behandlungen zu vermeiden. Für uns entscheidet deshalb nicht das Etikett „biologisch“ oder „chemisch“, sondern die konkrete Wirkung eines Mittels auf den Weinberg und seine Umgebung.

Auch auf Herbizide und Insektizide verzichten wir grundsätzlich. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Mittel unter einem bestimmten Anbauverband zu vermeiden, sondern die Belastung unseres Weinbergs dort zu reduzieren, wo wir sie für vermeidbar halten.

Unsere Weinberge bieten auch seltenen Pflanzen einen Lebensraum

Zwischen unseren Rebstöcken lassen wir eine natürliche Begrünung wachsen. Durch gezielte Bodenbearbeitung und angepasstes Mulchen schaffen wir Bedingungen, unter denen sich unterschiedliche Pflanzenarten entwickeln und teilweise auch ausbreiten können. Diese Begrünung begleitet unsere Weinberge bereits seit Jahrzehnten und ist für uns ein wichtiger Bestandteil ihrer Bewirtschaftung.

Besonders stolz sind wir darauf, dass darunter auch seltene Pflanzenarten zu finden sind. Ein Beispiel ist die Osterluzei, eine auffällige Pflanze mit außergewöhnlichen Blüten, die auf der Roten Liste steht. In Zell wächst sie großflächig ausschließlich in bestimmten Bereichen unserer Weinberge.

Folgend ein Auszug aus der Artenvielfalt unserer Begrünung:

Blumen

und noch viele Arten mehr!

Auch die Tierwelt findet ihren Platz in unseren Weinbergen

SpinnennetzEine natürliche Begrünung schafft nicht nur Raum für unterschiedliche Pflanzen, sondern bietet auch Lebensraum für zahlreiche Insekten. Darunter befinden sich viele Arten, die im Weinberg von Nutzen sind, weil sie andere Insekten und Schädlinge fressen. Dazu gehören beispielsweise Raubmilben und Florfliegen. Die Blütenpracht lockt außerdem Schmetterlinge und deren Raupen an. Mit etwas Glück begegnet man sogar dem seltenen und scheuen Hirschkäfer.

Auch Vögel nutzen die Rebstöcke gerne zum Nestbau. Solange die Schäden durch den Verzehr der Trauben überschaubar bleiben, verzichten wir auf Vogelnetze. Damit vermeiden wir eine zusätzliche Gefahrenquelle für Vögel, die sich in solchen Netzen verfangen können.

Blütenpracht am Weinbergsrand

HauswurzUnsere Weinbergsränder werden nur einmal im Jahr gemäht und ansonsten nicht bewirtschaftet. Dadurch können sich dort Pflanzen entwickeln, die zwischen den Rebstöcken keinen Platz finden, und zahlreiche Insekten finden Rückzugs- und Nahrungsräume. Auch die alten Weinbergsmauern in unseren Terrassenlagen werden von vielen Pflanzen und Tieren genutzt. Typische Pflanzenarten an den Weinbergsrändern sind:

und noch viele Arten mehr!

Warum wir unsere Flaschen mit Naturkork verschließen

KorkeicheFür uns gehört der Naturkork seit jeher zum Wein. Korkeichenwälder in Portugal und Spanien sind besondere Kulturlandschaften und bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Die Korkeichen werden traditionell bewirtschaftet, wobei die Rinde regelmäßig geerntet werden kann, ohne den Baum zu fällen.

Wir sehen den Naturkork deshalb nicht nur als traditionellen Flaschenverschluss, sondern auch als Teil einer jahrhundertealten Kultur der Korkgewinnung. Bei uns werden die Flaschen auch in Zukunft ausschließlich mit Naturkorken verschlossen.

Weitere Infos über Korken in unserem Wissensbereich: Der Korkverschluss

Wir sind Slowfood-Fördermitglied

Slowfood-LogoSeit 2009 sind wir Fördermitglied bei Slow Food. Unser Antrag auf Fördermitgliedschaft wurde damals angenommen. Die Mitgliedschaft steht für unsere Verbundenheit mit handwerklich erzeugten und regional geprägten Lebensmitteln.

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